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- (In Ermangelung eines geeigneten Titels)

Einen Moment lang habe ich das Gefühl, meine Beine müssten unter mir nachgeben. Ich müsste wie in den Filmen langsam am Türrahmen herunterrutschen, bis ich mit angezogenen Beinen in der Tür sitze, die Arme um die Knie geschlungen und weine. Aber nichts dergleichen passiert. Ich höre, wie deine Schritte im Treppenhaus verhallen, wie die Tür aufgeht und denke an die Sonnenstrahlen, die sich ins Treppenhaus schleichen und vielleicht ein bisschen spätsommerliche Wärme mitbringen. Hier oben, im 4. Stock erreicht mich nichts davon, keine Facette der Welt da draußen durchdringt die staubgeschwängerte, abgestandene Luft - und mich.

Ich stoße mich vom Türrahmen ab und gehe ans Küchenfenster, schaue hinaus auf die Straße, auf dein Auto. Du biegst um die Ecke, öffnest die Fahrertür. Ich wünsche mir, du würdest hoch schauen, zu meinem Fenster, zu mir, und vielleicht sogar winken. Doch du steigst in dein Auto, ich beobachte dich, wie du dich anschnallst und losfährst.

Die Erinnerung an den vergangenen Sommer holt mich ein. Daran, wie oft ich in deinem Auto neben dir saß und wir deine Musik hörten, die ich eigentlich nie mochte, aber dir zu liebe nichts sagte. Wie wir hierhin und dorthin fuhren, oder einfach nur fuhren, ohne ein bestimmtes Ziel. Immer in Bewegung bleiben; heute hier, morgen dort. Ich wohne seit 3 Jahren in meiner Ein-Zimmer-Wohnung. Zwischen den Häuserfluchten der namenlosen Großstadt, die selbst im Sommer grau und alt wirkt. Andere Paare liegen nebeneinander auf Wiesen und versuchen Tiere in den Wolken zu erkennen. Wir saßen zusammen auf meiner Fensterbank und zeigten uns gegenseitig Tiere in den Rissen, die den Asphalt der Straße, vier Stockwerke unter uns, durchzogen.

Deine Küsse schmeckten nach Zigaretten oder abgestandenem Kaffee. Manchmal, wenn du betrunken zu mir kamst, auch nach Bier und Schnaps. Dein Körper fühlte sich unter meinen Fingern an wie Teig, aus dem man in der Weihnachtszeit Plätzchen backt. Wirklich fest und sicher warst du nur in den Momenten, in denen du wütend wurdest auf mich. Wenn du mich schlugst, wusste ich, dass du doch stark warst und mir Sicherheit und Halt geben konntest. Wenn ich aufhörte, mein Gesicht zu schützen und dir in die Augen sah, während du auf mich eintratst, wusste ich, warum ich dich liebe. Liebte? In dem Moment warst du ein Mann. Mein Mann.

Unmotiviert tropft Blut aus meiner Nase in die Spüle. Mit meiner Zunge fahr ich über meine Lippen. Dort, wo mal meine Schneidezähne waren, ist jetzt alles aufgesprungen und blutig. 

Ich sehe dir zu, wie du dein Auto um die Ecke lenkst und in die Hauptstraße einbiegst. Und wie du mein Leben verlässt. Zumindest für eine Weile. Bis wir uns wiedersehen. Ich freue mich darauf.

13.2.09 10:20
 


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500beine / Website (9.4.09 06:54)
-Wirklich fest und sicher warst du nur in den Momenten, in denen du wütend wurdest auf mich. Wenn du mich schlugst, wusste ich, dass du doch stark warst und mir Sicherheit und Halt geben konntest.-

Gut geschrieben. Mehr davon.

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